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„Ich fühle mich am richtigen Ort"

08.02.2021

Hegau-Jugendwerk hat mit Dr. Corina Kiesewalter eine neue Chefärztin bekommen

Dr. Corina Kiesewalter ist seit diesem Jahr die neue Chefärztin des Hegau-Jugendwerks. Bild: HJW

(Gailingen). Sie kann sich keinen anderen Beruf als Ärztin vorstellen und die Neurologie hat es ihr dabei besonders angetan. „Das Gehirn ist das spannendste Organ des Menschen", befindet Dr. Corina Kiesewalter, seit Januar 2021 die neue Chefärztin und Ärztliche Direktorin des Hegau-Jugendwerks in Gailingen. Das Haus mit seiner Bandbreite an Rehabilitation, der Vielfalt an Therapiemöglichkeiten und das besondere Patientenklientel Kinder und Jugendliche begeistert die 53jährige und sie freut sich auf die spannende neue Aufgabe.

Dass sie bei ihrer Suche nach einer Chefarztstelle beim Hegau-Jugendwerk fündig wurde, freut auch Barbara Martetschläger, Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Geschäftsführerin der Hegau-Jugendwerk GmbH, einem Tochterunternehmen des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz (GLKN). „Frau Kiesewalter passt von ihrer Expertise und ihrer Persönlichkeit her wunderbar zu unserer Einrichtung und wir freuen uns darauf, das Hegau-Jugendwerk gemeinsam mit ihr weiter zu entwickeln und fit für die Zukunft zu machen“, so Martetschläger.

Corina Kiesewalter stammt ursprünglich aus Delmenhorst in Niedersachsen. Nach dem Abitur studierte sie an der Medizinischen Hochschule Hannover von 1987 bis 1994 Medizin. Ihre Facharztausbildung machte sie in der Neurologie des Agnes-Karll-Krankenhauses in Laatzen bei Hannover, 1998 promovierte sie an der Hochschule Hannover. 2003 zog es die junge Ärztin nach Nordrhein-Westfalen an die St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch bei Düsseldorf, einer reinen Neuroreha-Klinik, wo sie bei Chefarzt Prof. Dr. Volker Hömberg ihre Kenntnisse um das Rehabilitationswesen erweiterte.

Von 2004 bis Ende 2019 war die neue Chefärztin des Hegau-Jugendwerks zunächst als Oberärztin, dann als Leitende Oberärztin am Reha-Zentrum prosper, dem neurologischen Reha-Zentrum des Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Von hier streckte sie die Fühler nach einer Chefarztstelle aus, fühlte sich durch die Stellenanzeige des Hegau-Jugendwerks im Ärzteblatt online angesprochen und weil Corina Kiesewalter nicht nach einer Stelle an einem großen Akuthaus strebte, fand sie in Gailingen was sie suchte.

„Ich bin gekommen, um zu bleiben“, macht die sympathische Neurologin klar. In ihrer neuen Stelle sieht sie eine logische Weiterentwicklung ihres beruflichen Lebenswegs. Das Hegau-Jugendwerk sei in seinem Angebot außergewöhnlich, die Reha-Phasen A bis D plus die berufliche Nachsorge in der Phase E unter einem Dach zu haben sei „einzigartig“; auch das Arbeiten in einem multiprofessionellen Team findet Dr. Kiesewalter toll: „Hier ziehen verschiedene Professionen an einem Strang“, lobt sie.

Im Moment führt die neue Chefärztin vor allem viele Gespräche, um die Strukturen vor Ort besser kennen zu lernen. Sie sieht alle Fakultäten gut aufgestellt, besonders beeindruckt sie die enge Mitarbeiterbindung und das hohe Engagement der Mitarbeiter. Dr. Kiesewalter will mit dem frischen Blick von außen erkunden, wo die Schwerpunkte im Sinne einer Weiterentwicklung des HJW liegen. Den guten Ruf des Hegau-Jugendwerks zu halten, weiter zu festigen und die Einrichtung zukunftsorientiert aufzustellen in Zusammenarbeit mit den Beschäftigten ist ihr Ziel. Vor allem im Bereich Fachkräftemangel und Digitalisierung sieht sie die Aufgaben für die Zukunft und im Ausbau der Frührehabilitation. Den Schwerpunkt sieht sie in der Diagnostik und Therapie von Patienten mit schweren, aber auch mit leichteren Schädelhirntraumata. Dabei setzt sie auch auf Kooperation und Vernetzung, erklärt sie mit Blick auf die Kinderkliniken und das Sozialpädiatrische Zentrum des GLKN.

Das Hegau-Jugendwerk, so findet die neue Chefärztin, sei ein sinnstiftender, aber auch politischer Ort. Hier stelle sich die Frage „Wie gehen wir mit Menschen mit schweren Behinderungen um“ immer wieder neu. Das Bestmögliche für dieses besondere Patientenklientel und ihre Familien zu erreichen, passe gut zu ihrer persönlichen Einstellung und zu ihrem Menschenbild. „Ich fühle mich am richtigen Ort“ erklärt die 53jährige überzeugend.

Dr. Corina Kiesewalter folgt auf Dr. Andreas Weidmann, den es nach zwei Jahren zurück an seine alte Wirkungsstätte und in seine bayrische Heimat gezogen hat.

 
 
 

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