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Deutsch als Fremdsprache

Das allgemeine Ziel des Unterrichts in diesem Bereich ist es, Rehabilitanden und auch deren Angehörigen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, Sprachkenntnisse zu vermitteln bzw. zu erweitern, um die sprachlichen Erfordernisse des Alltags zu bewältigen. Dabei ist das Spektrum der Anforderungen sehr weit gefächert: Hierzu gehören elementare Kenntnisse, aber auch Anforderungen, die einen Schulbesuch, ein Studium oder eine Berufsausbildung ermöglichen.

Deutsch als Fremdsprache

Um diese Unterrichtsziele zu erreichen, ist man schon lange von einem grammatischen Ansatz, in dem die Fähigkeiten, grammatisch korrekte Sätze und Strukturen bilden zu können, weggekommen. Man betrachtet Sprache statt dessen als Kommunikationsmittel, um Lernende zu befähigen, sich in ihrem Umfeld auszudrücken und Intentionen sprachlich umsetzen zu können. In diesem Rahmen soll die Sprachhandlungskompetenz und somit Wortschatz, Sprachstrukturen und grammatische Kompetenz erweitert werden. Zu diesen hier sehr komprimiert dargestellten Zielen treten in der Arbeit der Krankenhausschule weitere Problemkreise hinzu, die im Zusammenhang mit den neuropsychologischen Teilleistungsstörungen von hirnverletzten Patienten stehen. D.h. bei der Arbeit mit unseren Schülern muss man zwischen allgemein sprachlichen Problemen eines Nichtmuttersprachlers und den unfall- bzw. krankheitsbedingten Schülern deutlich unterscheiden. Hierbei sind insbesondere die Bereiche Aphasie, Gedächtnis, Konzentration, Strukturierung, Auffassung und Antrieb sowie Mischformen unterschiedlichster Art zu nennen, die das Erlernen einer Fremdsprache erschweren.

Eine der grundlegenden Fragen bei der Arbeit mit unseren Schülern ist es also festzustellen, ob die sprachlichen Probleme darauf zurückzuführen sind, dass der Patient als Nichtmuttersprachler über geringe oder lückenhafte Deutschkenntnisse verfügt, oder ob hier aufgrund der Hirnverletzung sprachliche Probleme vorliegen, die auf physische Schädigungen durch Unfall oder Krankheit zurückzuführen sind.

Dabei geben die standardisierten und ansonsten aussagekräftigen Aphasietests leider wenig Informationen, da sie bei Patienten mit geringen Sprachkenntnissen nicht eingesetzt werden können, weil die Tests reine Muttersprachler als Zielgruppe haben, deren kultureller Hintergrund sich oft von Schülern, die aus anderen Kulturbereichen stammen, unterscheidet. So wird z.B. im Aachener Aphasietest u.a. ein Rollschuh gezeigt und die entsprechende Wortzuordnung abgetestet, ohne zu berücksichtigen, dass es diesen Begriff in vielen Ländern nicht gibt, weil der Gegenstand nicht benutzt wird.

Weitere grundlegende Schwierigkeiten bestehen darin, dass die Teilleistungsstörungen der Patienten, wie z.B. Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme, die Erlernung einer Fremdsprache erheblich beeinträchtigen, so dass zu den gängigen Methoden des Fremdsprachenunterrichts spezielle erforderlich sind, die den individuellen Problemen des Patienten Rechnung tragen. Hierbei wird deutlich, dass die ohnehin diffizile Situation, mit einer Behinderung fertig zu werden, noch zusätzlich durch sprachliche und umgekehrt, der schwierige Prozess des Spracherwerbs durch die neuropsychologischen Teilleistungsstörungen in erheblichem Maße erschwert wird. Es wird also deutlich, dass für eine effektive Arbeit mit den Patienten und Rehabilitanden eine enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen sowohl für die Diagnose als auch für die weitergehende Therapie unumgänglich ist.

 

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