Handfunktionstraining ist ein Therapieverfahren für Patienten mit zentralen Paresen, das sich auf neuere theoretische Erkenntnisse zur Funktionsweise des ZNS stützt und dessen Wirksamkeit weltweit in mehreren klinischen Studien belegt wurde. Grundlage des Trainings sind Erkenntnisse aus dem motorischen Lernen und aus der Lernpsychologie.
Handfunktionstraining ist strukturiertes, aufgabenorientiertes und systematisches Üben. Voraussetzungen sind:
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- Minimale aktive Bewegungsfähigkeit von Hand-, Finger- und Schultergelenk
- Keine ausgeprägten kognitiven oder aphasischen Beeinträchtigungen
- Motivation
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Geübt werden alltagsbezogene Fertigkeiten wie Greifen, Umblättern, Tasten drücken, etc. nach dem Prinzip des Shapings. Shaping meint ein sukzessives Steigern des Schwierigkeitsgrades einer Aufgabe. Das Training dauert im Hegau-Jugendwerk in der Regel 2 Stunden / Werktag während insgesamt 3 Wochen. Um den alltagsbezogenen Einsatz des betroffenen Arms im Alltag zu verbessern, wird zusätzlich in bestimmten Fällen der nicht betroffene Arm in einer Schiene immobilisiert. Der Patient ist so gezwungen Alltagsaktivitäten mit der betroffenen Hand auszuführen. Dass das Training in dieser Form erfolgreich ist, wurde kürzlich auch in einer im HJW durchgeführten Studie bestätigt (Brain Injury, in press).
Freivogel S, Sailer W: "Den Nichtgebrauch verhindern". Fachbeitrag Zeitschrift physiopraxis 7-8/06 (www.thieme.de/physioonline.de)
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